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Morbus Bechterew

Erklären

Was ist Morbus Bechterew?

"Ich bin ein lebensfroher und optimistischer Mensch. Aber ungefähr gleichzeitig mit den Rückenschmerzen, durch die ich morgens aufwachte, fühlte ich mich auch müde und erschöpft. Ich wusste gar nicht, was mit mir los war.", so ungefähr könnte ein Patient mit Morbus Bechterew seine Erkrankung beschreiben.


Rückrat

Morbus Bechterew (Mediziner sagen auch Spondylitis ankylosans oder ankylosierende Spondylitis (AS) dazu) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem statt gegen „Eindringlinge“ wie Bakterien oder Viren gegen körpereigene Strukturen wendet und Gelenke angreift. Aufgrund dieses Fehlers kommt es zu einer Entzündung vor allem in der Wirbelsäule und der Sakroiliakal-Gelenke des Beckens – der Gelenke, die das Kreuzbein mit dem Darmbein verbinden. Die Folge ist der Umbau von Bindegewebe und Knorpel in Knochen. So kommt es zu einer Verknöcherung und Versteifung der Wirbelsäule und der Sakroiliakal-Gelenke. Da dieser Prozess nicht mehr rückgängig zu machen und mit Einschränkung im Alltag und im Berufsleben verbunden ist, sollte so früh wie möglich eine wirksame Therapie begonnen werden. Heute gibt es erfreulicherweise Behandlungsmöglichkeiten, die die Beweglichkeit und körperliche Funktionsfähigkeit erhalten können. Also, je früher die Behandlung beginnt, desto besser.

Wer erkrankt an Morbus Bechterew?

  • Etwa 400.000 bis 800.000 Patienten in Deutschland
  • Tritt meist im Alter zwischen 15 und 40 Jahren erstmals auf, selten über 40 Jahren
  • Männer erkranken 2-3 mal häufiger als Frauen
 

Was kann Morbus Bechterew auslösen?

Die Ursachen sind bis heute unbekannt. Genetische Faktoren erhöhen zwar das Risiko an Morbus Bechterew zu erkranken. Dennoch wird die Erkrankung nicht zwingend weitervererbt. Da 90 Prozent aller Morbus-Bechterew-Patienten das HLA-B27-Eiweiß auf den Oberflächen ihrer Zellen tragen, wird vermutet, dass diese Erbanlage die Entstehung der Krankheit begünstigt. Als zusätzliche Auslöser werden auch Infektionen im Harnwege- oder Darmbereich diskutiert.

Die Prozesse, die die Entzündung in Gang halten, sind jedoch gut erforscht. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Zytokine. Dies sind Botenstoffe, die Nachrichten zwischen den Zellen übermitteln. Bei Morbus Bechterew kommt es zu einem Anstieg von Zytokinen, die die Entzündung verstärken. Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) ist zum Beispiel einer der Botenstoffe, der eine entscheidende Rolle hierbei spielt.

 

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