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Morbus Bechterew
Therapiemöglichkeiten
Medikamentöse Behandlung:
  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR = Nichtsteroidale Antirheumatika) wie z. B. Diclofenac oder Ibuprofen lindern Schmerzen und hemmen die Entzündung.
  • Kortison wirkt stark entzündungshemmend und verbessert schnell Schmerzen und Beweglichkeit der Wirbelsäule.
  • Sulfasalazin, das eingesetzt werden kann, wenn neben der Wirbelsäule weitere Gelenke betroffen sind.
  • TNF-alpha-Blocker greifen in den Prozess der Entzündung ein und blockieren diesen dauerhaft.
  • Schmerzmittel
Unterstützende Maßnahmen:
  • Physiotherapie
  • Strahlentherapie (Radium-224)
  • Ergotherapie und Rehabilitation
  • Operative Maßnahmen
  • Psychologische Maßnahmen

Behandeln

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Es gibt heute eine Vielzahl wirksamer medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapiemöglichkeiten (siehe Kasten). Sie halten die Versteifung auf, verbessern deutlich Schädigungen an der Wirbelsäule, Gelenkschwellungen, Schmerzen und beeinflussen den weiteren Verlauf der Erkrankung positiv. Für jeden Patienten wählt der internistische Rheumatologe individuell die für ihn geeigneten Therapien aus. Meist ist es die Kombination aus Medikamenten und unterstützenden Maßnahmen, die den Erfolg der Behandlung ausmachen.

Was sind Biologika?

Die medikamentöse Behandlung des Morbus Bechterew (Ankolysierende Spondylitis = AS) hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neue Forschungserkenntnisse über den Ablauf des Entzündungsprozesses in der Wirbelsäule und in den Gelenken haben zur Entwicklung innovativer, biotechnologisch hergestellter Medikamente geführt. Diese sogenannten Biologika greifen gezielt in das fehlgesteuerte Immunsystem ein. Sie hemmen so die Entzündung und halten damit das Fortschreiten der Erkrankung auf.

Biologikum ist der Überbegriff für eine Gruppe von verschiedenen Medikamenten mit unterschiedlichen Angriffspunkten, die beispielsweise zur Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen eingesetzt werden. Zur Behandlung der AS werden aus dieser Gruppe die TNF-alpha-Blocker eingesetzt.

Was sind TNF-alpha-Blocker und und wie wirken sie?

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TNF-alpha-Blocker gehören zu der Gruppe der Biologika. Sie binden den Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha oder TNF-α). Er reguliert eine Vielzahl von Prozessen im menschlichen Körper, löst unter anderem eine Entzündung aus und gibt das Signal für die Ausschüttung von weiteren entzündungsfördernden Botenstoffen. Vereinfacht gesagt, verstärkt TNF-alpha die Entzündung. Die Blockade dieses Stoffes stoppt den Prozess und die Entzündung klingt ab. Dies hat zur Folge, dass die Verknöcherungen und Versteifung der Wirbelsäule gehemmt werden, Schmerzen nachlassen und der Knorpel und Knochen in betroffenen Gelenken weniger angegriffen und zerstört wird.

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Für wen sind TNF-alpha-Blocker geeignet?

Die rheumatologische Fachgesellschaft der Ärzte (DGRh = Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie) empfiehlt den Einsatz der TNF-alpha-Blocker bei AS, wenn die Diagnose seit mindestens einem halben Jahr durch einen Facharzt gesichert und die Krankheit über mindestens einen Monat sehr aktiv ist. Zudem sollten bei so genanntem axialen Befall (die Wirbelsäule betreffend) zwei aufeinander folgende Therapieversuche mit zwei unterschiedlichen NSAR erfolglos geblieben sein. Die Entscheidung über den Einsatz von TNF-alpha-Blockern bei AS (oder bei Verdacht auf AS) sollte von einem Rheumatologen getroffen werden

Wie werden TNF-alpha-Blocker verabreicht?

TNF-alpha-Blocker werden entweder unter die Haut gespritzt oder als Infusion intravenös verabreicht. Sie wirken sehr schnell. Die meisten Patienten berichten von Verbesserungen der Rückenschmerzen, der Steifigkeit und damit der Beweglichkeit schon innerhalb der ersten zwei Wochen.

Wie gut ist die Verträglichkeit der TNF-alpha-Blocker?

Im Allgemeinen sind TNF-alpha-Blocker gut verträglich, weil sie körpereigenen Substanzen ähnlich sind. Mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle. Es kann eine leichte Rötung oder Juckreiz auftreten. In aller Regel klingen diese Symptome jedoch wieder ab.

TNF-alpha ist im menschlichen Körper auch dafür zuständig, krankheitsverursachende Eindringlinge wie Viren und Bakterien zu bekämpfen. Wird es durch TNF-alpha-Blocker unwirksam gemacht, dann wird zum einen die Entzündung verbessert, zum anderen wird es für den Körper schwieriger Viren und Bakterien zu zerstören. Daher ist das Risiko für Infektionen, erhöht. Bei Beschwerden oder bei Verdacht auf Nebenwirkungen sollte daher unverzüglich ein Rheumatologe (oder der behandelnde Rheumatologe) kontaktiert werden.

Was ist das Besondere an einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern?

  • Gezielte Blockade eines der wichtigsten Botenstoffe des Entzündungsprozesses
  • Schnelle Verbesserung der Symptome
  • Verlangsamung der Gelenkzerstörung und Versteifung der Wirbelsäule
  • Wirksamkeit auch über lange Zeiträume
  • Einfache Anwendung mit PEN oder Spritze
  • Langjährige Erfahrung weltweit

 

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