TNF-alpha-Blocker gehören zu der Gruppe der Biologika. Sie binden den Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha oder TNF-α). Er reguliert eine Vielzahl von Prozessen im menschlichen Körper, löst unter anderem eine Entzündung aus und gibt das Signal für die Ausschüttung von weiteren entzündungsfördernden Botenstoffen. Vereinfacht gesagt, verstärkt TNF-alpha die Entzündung. Die Blockade dieses Stoffes stoppt den Prozess und die Entzündung klingt ab. Dies hat zur Folge, dass die Verknöcherungen und Versteifung der Wirbelsäule gehemmt werden, Schmerzen nachlassen und der Knorpel und Knochen in betroffenen Gelenken weniger angegriffen und zerstört wird.
Bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung wie dem Morbus Bechterew wird übermäßig viel TNF-alpha im Körper produziert. Die Folge ist u.a. eine Entzündung, die dazu führt, dass Bindegewebe und Knorpel in der Wirbelsäule knöchern umgebaut werden. Dadurch kann es zu einer Versteifung der Wirbelsäule und des Sakroiliakal-Gelenkes des Beckens kommen. TNF-alpha ist außerdem verantwortlich dafür, dass die Knochen- und Knorpel-abbauenden Enzyme (Matrix-Metalloproteinasen) kontinuierlich aktiviert und freigesetzt werden. Das wiederum führt zur Veränderung des Knochens (Knochenerosionen = Abtragen des Knochens; die glatte Oberfläche des Knochens enthält dann „Löcher“ und die Bewegung des Gelenkes wird erschwert) und letztlich auch des betroffenen Gelenkes. Das wiederum hat zur Folge, dass die Beweglichkeit eingeschränkt wird.
Die gezielte Hemmung von TNF-alpha mit sogenannten TNF-alpha-Blockern ist ein Ansatz entzündlich-rheumatische Erkrankungen gezielt zu behandeln: Dort, wo Entzündungsprozesse ausgelöst werden und Schmerzen entstehen. Diese Medikamente binden TNF-alpha und machen es damit unwirksam. Die Entzündung wird unterbrochen, sie klingt ab und Schädigungen an Wirbelsäule und Gelenken werden gehemmt. So wird das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt.