Je besser Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt vorbereiten, umso leichter fallen Ihnen die für Sie wichtigen Fragen ein und umso besser kann dieser eine Diagnose stellen, Sie gegebenenfalls zu einem Spezialisten überweisen oder – im Fall eines bereits diagnostizierten Morbus Crohn – schnell und effektiv behandeln.
Machen Sie sich bei akuten Beschwerden möglichst täglich Notizen über Ihre Erkrankung! Tipps dazu finden Sie hier.
Erkennen
Welche Symptome treten bei Morbus Crohn auf?
Bei einigen Patienten kann die Erkrankung schleichend beginnen. Dann vergeht oft eine längere Zeit, bis die Diagnose endlich gestellt wird. Bei anderen Patienten können schnell starke Symptome auftreten. Typische Anzeichen eines Morbus Crohn sind:
- Mehrmals am Tag wässriger oder breiiger Durchfall über einen längeren Zeitraum (meist ohne Blut)
- Krämpfe und / oder Schmerzen im Unterbauch, oft auf der rechten Seite, ähnlich einer Blinddarmentzündung
- Leichtes Fieber
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
- Gewichtsverlust
Morbus Crohn kann auch zu Beschwerden außerhalb des Verdauungstraktes führen. Dazu gehören
- Gelenkentzündungen
- knotige Hautrötungen (Erythema nodosa)
- wunde Stellen der Haut (Pyoderma gangraenosum)
- Augen- oder Leberentzündungen.
Wie verläuft Morbus Crohn?
Morbus Crohn kann sehr unterschiedlich verlaufen, mit permanenten oder auch schubartigen, schweren und weniger schweren Beschwerden. In den befallenen Bereichen sind alle Schichten der Darmwand entzündet. Dies kann zu unterschiedlichen Komplikationen führen: Teilweise werden durch die Entzündung regelrechte Gänge in benachbarte Gewebe „gegraben“, sogenannte Fisteln. Auch die Bildung von Abszessen, also abgeschlossenen Eiteransammlungen, kommt bei Morbus Crohn häufig vor. Zu Verengungen des Darms (Stenosen) kommt es meist während oder als Folge einer akuten Entzündung.
Wie lässt sich Morbus Crohn nachweisen?
Da die anfänglichen Anzeichen eines Morbus Crohn sehr unterschiedlich sein können und manchmal auch denen anderer Erkrankungen ähneln, ist die Diagnose nicht immer ganz einfach. Der Spezialist für Morbus Crohn ist ein Arzt für Erkrankungen des Verdauungssystems, der Gastroenterologe.
Um einen Morbus Crohn festzustellen und andere Erkrankungen auszuschließen, werden verschiedene Untersuchungen gemacht. Am Beginn steht ein ausführliches Gespräch zu den Beschwerden, der Lebensweise und bisher verwendeten Medikamenten. Die körperliche Untersuchung kann Hinweise auf einen ungewollten Gewichtsverlust, Fieber, Hautgeschwüre, Augen- oder Gelenkentzündungen sowie Beschwerden rund um den Anus geben. Auch Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten des Unterleibs oder ein positiver Befund auf Blut im Stuhl können ein Hinweis sein. Eine genaue Blutuntersuchung und verschiedene bildgebende Verfahren gehören darüber hinaus zur Diagnose. Einen eindeutigen Nachweisfaktor im Blut gibt es aber bisher nicht. Steht die Diagnose schließlich fest, kann ein individueller Behandlungsplan aufgestellt und eine wirksame Therapie eingeleitet werden.
Laboruntersuchungen:
- Blutsenkungsgeschwindigkeit: Eine Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit weist auf eine Entzündung hin.
- CRP (C-reaktives Protein): Eine erhöhte CRP-Konzentration ist ein Hinweis auf eine Entzündung
- Blutuntersuchung: Ein Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen kann Ausdruck einer eingeschränkten Darmfunktion sein. Auch eine Anämie (Blutarmut) kann aufgedeckt werden.
Bildgebende Verfahren:
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Sie lässt häufig erkennen, wo der Darm entzündet ist und ob Fisteln oder Abszesse vorhanden sind.
- Darmspiegelung (Koloskopie): Sie eignet sich für den Dick- und unteren Dünndarm und kann die betroffenen Bereiche direkt sichtbar machen. Darüber hinaus können Gewebeproben entnommen werden. Eventuell erfolgt auch eine Magenspiegelung (Gastroskopie).
- Röntgenaufnahme (mit Kontrastmittel): Wird häufig zur Untersuchung des oberen und mittleren Dünndarms angewendet, da hier eine Koloskopie nicht geeignet ist.
- Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): Diese Verfahren ermöglichen z. B. die Darstellung von Komplikationen, wie Abszesse, Fisteln oder Verwachsungen.


