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Entzündliche Darmerkrankungen

Therapie mit Biologika

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Die medikamentöse Behandlung des Morbus Crohn hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Neue Erkenntnisse zum Erkrankungsprozess der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben die Entwicklung neuer, moderner Medikamente ermöglicht, mit denen sich die Entzündungsvorgänge im Körper schnell und nachhaltig kontrollieren lassen. Es handelt sich dabei um die TNF-α-Blocker, die aufgrund ihrer biotechnologischen Herstellung zu den sogenannten Biologika gezählt werden. Ihr Wirkprinzip ist neuartig, denn sie greifen gezielt in das Krankheitsgeschehen ein und können so die Entzündung langfristig positiv beeinflussen.

 

Irrtum im Immunsystem

Der Organismus produziert eine Vielzahl entzündungsfördernder Botenstoffe (Zytokine). Sie helfen dem Immunsystem (körpereigenes Abwehrsystem) u. a., Eindringlinge wie Viren oder Bakterien zu bekämpfen. Ist ein Eindringling eliminiert, reduziert der Körper die Produktion dieser Botenstoffe normalerweise wieder. Bei einem Morbus Crohn ist diese Regulation gestört und es kommt zu einer dauerhaft erhöhten Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine. TNF-α steht für Tumor-Nekrose-Faktor-alpha und ist einer dieser Botenstoffe. Durch die anhaltend erhöhte TNF-α-Produktion im Darm von Morbus-Crohn-Patienten wird dort eine dauerhafte Entzündungsreaktion vermittelt. Zudem regt TNF-α die Freisetzung anderer Botenstoffe an, die weitere Abwehrzellen aktivieren, welche die Entzündung zusätzlich verstärken.

Gezielte Hemmung der Entzündung

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Hier setzt die Wirkung von TNF-α-Blockern ein. Sie binden gezielt an das TNF-α und setzen den Botenstoff so außer Gefecht. Dadurch wird der Entzündungsprozess gehemmt oder sogar ganz zum Erliegen gebracht. TNF-α-Blocker können bereits nach der ersten Gabe zu einer deutlichen Verbesserung der Krankheitssymptome führen. Es gibt zwei TNF-α-Blocker zur Behandlung des Morbus Crohn. Sie unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau und in der Art der Anwendung. Einer der Wirkstoffe ist in seinem Aufbau völlig identisch mit bestimmten Eiweißstoffen, die auch im menschlichen Körper vorkommen, man nennt ihn daher einen vollständig humanen Antikörper. Der andere TNF-α-Blocker ist teilweise human, d. h. er enthält auch tierische Eiweißstrukturen, man nennt ihn daher einen chimären Antikörper.

Die Behandlung mit TNF-α-Blockern

Da TNF-α-Blocker aus Eiweißstoffen bestehen, können sie nicht als Tablette eingenommen werden, die Magensäure würde den Wirkstoff zerstören. Sie werden entweder als Injektion unter die Haut (subkutan), oder in eine Vene (intravenös) als Infusion verabreicht. Die subkutane Injektion kann vom Patienten einfach und schnell selbst zu Hause vorgenommen werden, die Infusion erfolgt in der Arztpraxis oder Klinik. Mögliche Nebenwirkungen von TNF-α-Blockern sind Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle. Diese leichten Rötungen oder ein Juckreiz klingen in der Regel schnell wieder ab. Da bei der Behandlung mit Biologika das Immunsystem beeinflusst wird, ist das Risiko für Infektionen, wie z.B. Tuberkulose, erhöht. Patienten mit chronischen Infektionen sollten nur nach sorgfältiger Abwägung durch ihren behandelnden Arzt mit diesen Wirkstoffen behandelt werden.

Für wen sind TNF-α-Blocker geeignet?

TNF-α-Blocker sind zugelassen zur Behandlung eines schwergradigen, aktiven Morbus Crohn bei erwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem Glukokortikoid und/oder einem Immunsuppressivum nicht ausreichend angesprochen haben und/oder die eine Unverträglichkeit gegen eine solche Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist. Ein TNF-Blocker ist in Kombination mit einer konventionellen immunsuppressiven Therapie bereits zur Behandlung des schwergradigen, aktiven Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 bis 17 Jahren zugelassen, die nicht auf eine konventionelle Therapie einschließlich einem Kortikosteroid, einem Immunmodulator und einer primären Ernährungstherapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikationen für solche Therapien haben.

Suchen Sie in jedem Fall das Gespräch mit einem Gastroenterologen, der Sie über die Möglichkeiten sowie Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie mit TNF-α-Blockern aufklärt.

 

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