Die Broschüre zu diesem Thema können Sie hier bestellen.
Kinderwunsch
Morbus Crohn beginnt häufig in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Viele Patienten müssen sich daher auch in der Lebensphase der Familienplanung mit der Erkrankung auseinandersetzen. Doch welche Rolle spielt das, wenn es um die Verwirklichung des Kinderwunsches geht? In vielen Fällen steht einer Schwangerschaft bei Morbus Crohn nichts im Weg. Es gibt jedoch einige Aspekte, die bei der Familienplanung berücksichtigt werden sollten. Ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt hilft, Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen, den geeigneten Zeitpunkt zu finden sowie die besten Voraussetzungen, z. B. hinsichtlich der Therapie, zu schaffen.
Wird Morbus Crohn vererbt?
Es ist heute bekannt, dass die Ursachen für Morbus Crohn teilweise genetisch bedingt sind. Auch wenn die Erkrankung nicht direkt vererbt wird, besteht für die Kinder von Patienten ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Ist ein Elternteil erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken für das Kind bei etwa 5 bis 10 %. Haben beide Elternteile Morbus Crohn, steigt das Risiko auf etwa 36 %. Ob ein Kind Morbus Crohn entwickelt, zeigt sich jedoch erst im Laufe seines Lebens und lässt sich nicht vor der Geburt voraussagen. Leidet ein Kind häufiger an Bauchschmerzen, machen sich viele Eltern Sorgen, es könnte sich um die Erkrankung handeln. Durch eine Ultraschalluntersuchung des Darms lassen sich diese Bedenken häufig schnell ausschließen.
Schwangerschaft: In der schubfreien Zeit
Die Schwangerschaft sollte zu einem Zeitpunkt beginnen, in der die Erkrankung nicht oder nur gering aktiv ist. Dann ist damit zu rechnen, dass sie ohne zusätzliche Probleme verläuft. Das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten und Missbildungen entspricht bei Schwangerschaften in einer nicht aktiven Krankheitsphase dem gesunder Mütter. In der schubfreien Zeit ist in der Regel darüber hinaus die Fruchtbarkeit der Frau bzw. die Zeugungsfähigkeit des Mannes nicht beeinträchtigt.
Mit welchen Medikamenten der Morbus Crohn während der Schwangerschaft behandelt werden kann, sollte sehr genau im Gespräch mit dem behandelnden Arzt geklärt werden. Viele Patientinnen möchten bereits vor oder während der Schwangerschaft alle Medikamente absetzen. Da jedoch ein neuer Schub die Folge sein kann, muss dies sehr gut abgewogen werden. Schließlich hat die Krankheitsaktivität einen großen Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf.
Geburt und Stillen
Mit Morbus Crohn kann in den meisten Fällen ganz normal entbunden werden. Einzig Komplikationen, z. B. Fisteln, können für einen Kaiserschnitt sprechen. Auch das Stillen ist in der Regel möglich, außer bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Es hat sich gezeigt, dass gestillte Kinder insgesamt und von Eltern mit Morbus Crohn im Speziellen ein geringeres Erkrankungsrisiko aufweisen als nicht gestillte. In der Zeit nach der Geburt kommt es überdurchschnittlich häufig zu einem neuen Schub. Dies kann mit der hormonellen Umstellung zusammenhängen, mit emotionalen Faktoren oder auch damit, dass wieder mit dem Rauchen begonnen wurde.


