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Ernährung
Mit gesunder Ernährung zu mehr Wohlbefinden
Der Wissensstand zum Einfluss der Ernährung auf den Körper hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Dass die Ernährung in direkter Beziehung mit dem Auftreten bestimmter Krankheiten, wie beispielsweise Herzinfarkt oder Diabetes Typ 2 steht, ist heute wissenschaftlich belegt.
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kann eine ausgewogene und bewusste Ernährung den Erfolg der Therapie und damit das Wohlbefinden fördern – auch wenn sie selbstverständlich die medikamentöse Behandlung nicht ersetzen kann. Eine „Rheumadiät“ gibt es nicht, vielmehr eine Reihe von Nährstoffen, die gezielt in den Speiseplan integriert bzw. gemieden werden sollten.
Fettsäuren – Der kleine Unterschied mit großer Wirkung
Für Rheumatiker spielen Fettsäuren und Fette eine besondere Rolle. Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, ist Ausgangspunkt für die Bildung entzündungsfördernder Stoffe im Körper. Die Arachidonsäure ist in tierischen Lebensmitteln zu finden und sollte möglichst gemieden werden.
Für die Bildung entzündungshemmender Stoffe sind hingegen die Omega-3-Fettsäuren (pflanzlich, Lein-, Raps- oder Walnussöl, Fisch) notwendig und sollten gerade von Rheumatikern bevorzugt gegessen werden.
Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe – Helfer gegen die Entzündung
Vitamine sind wichtige Substanzen mit vielfältigen Funktionen im menschlichen Körper. Sie sind für Gesunde genauso unverzichtbar wie für Rheumatiker. Obst, Gemüse und Nüsse sind die wichtigsten Lieferanten für die Vitamine C, E und Carotinoide.
Vitamin D
Vitamin D ist an der Regulation des Kalziums im Körper beteiligt und zum Schutz vor Osteoporose wichtig. Da eine Osteoporose-Vorbeugung für Rheumatiker unter Kortisontherapie eine große Bedeutung hat, muss auf Vitamin D- und Kalzium-Zufuhr besonders geachtet werden. Käse, fettreicher Seefisch und Pilze sind gute Vitamin D-Lieferanten und gehören unbedingt regelmäßig auf den Speiseplan.
Kalzium – Die Knochensubstanz
Auf eine ausreichende Kalziumzufuhr sollten insbesondere Patienten unter dauerhafter Kortison-Therapie achten. (Fettarme) Milchprodukte und kalziumreiches Mineralwasser können dazu beitragen, einer Kortison-vermittelten Osteoporose vorzubeugen.
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Buch-Tipps
- „Diät + Rat bei Rheuma und Osteoporose“ von Olaf Adam, Hädecke Verlag, Weil der Stadt, 2006, ISBN 3-7750-0351-7
- „Küche in Bewegung: Kochen auch mit Rheuma – pfiffige Rezepte & unschlagbare Küchenhelfer“ Kochbuch von Mirko Reeh und André Großfeld, Herausgeber Dr. med. Constanze Richter, Bärbel Mattka, B3 Verlag, Frankfurt 2009, ISBN 978-3-938783-54-2
Die 10 Regeln für eine gesunde Ernährung (nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):
- Vielseitig essen
- Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln
- Gemüse und Obst – Nimm „5 am Tag“, d.h. fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart
- Täglich Milch und Milchprodukte; ein- bis zwei Mal in der Woche Fisch; Fleisch und Wurstwaren sowie Eier in Maßen
- Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
- Zucker und Salz in Maßen
- Reichlich Flüssigkeit: ca. 2 Liter am Tag, bevorzugt Wasser, Kräutertees oder verdünnte Säfte
- Speisen schmackhaft und schonend zubereiten
- Zeit nehmen und das Essen genießen
- Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für jeden Menschen – mit oder ohne Rheuma – sinnvoll und gut. Für Menschen mit Rheuma kann sie zum Wohlbefinden beitragen und den Erfolg einer medikamentösen Therapie unterstützen, jedoch nicht ersetzen.




