Therapiemöglichkeiten
Medikamente:
- Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR)
- Kortison
- Basismedikamente, z.B. Methotrexat (MTX)
- TNF-α-Blocker
Unterstützende Maßnahmen:
Therapieunterstützende Maßnahmen helfen, das körperliche Befinden zu verbessern und das Leben mit der Erkrankung zu erleichtern. Medikamente können sie nicht ersetzen, jedoch deren Wirkung unterstützen.
In der aktiven Phase:
Kinder- bzw. Jugendrheuma ist eine meist schubweise verlaufende Erkrankung, d. h. beschwerdefreie Zeiten wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Entzündung aktiv ist .
Behandeln
Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?
Kinder- bzw. Jugendrheuma ist eine Erkrankung, die noch nicht ursächlich geheilt – jedoch mit hochwirksamen Therapien heute gut behandelt werden kann. Hauptziel ist es, die Entzündung vollständig zu stoppen und so bleibende Schäden an den Gelenken zu verhindern. Die Therapie besteht aus einem individuell zusammengestellten Behandlungskonzept mit Medikamenten und therapieunterstützenden Maßnahmen.
Medikamente sind eine wichtigte Säule und werden für jeden Patienten individuell durch einen Kinder- bzw. Jugendrheumatologen ausgewählt. Gerade in den letzten Jahren haben neue Erkenntnisse der Krankheitsentstehung zur Entwicklung innovativer, biotechnologisch hergestellter Medikamente geführt. Diese greifen gezielt ein und kontrollieren die Erkrankung langfristig.
- NSAR (z. B. Diclofenac oder Ibuprofen) lindern Schmerzen und Entzündungen.
- Kortison wirkt stark entzündungshemmend und verbessert schnell Schmerzen und Schwellungen der Gelenke.
- Basismedikamente und TNF-α-Blocker halten im Gegensatz zu NSAR und Kortison das Fortschreiten der Erkrankung auf. Basismedikamente hemmen allgemein die Abwehrreaktion des Körpers gegen die Gelenke, verringern so die Entzündung und verzögern damit die Gelenkzerstörung. TNF-α-Blocker dagegen sind in der Lage gezielt in den Prozess der Gelenkzerstörung einzugreifen und diesen dauerhaft zu blockieren.
Was sind TNF-α-Blocker und wie wirken sie?
TNF-α-Blocker sind eine Gruppe biotechnologisch hergestellter Medikamente. Diese Medikamente wirken gezielt und lang anhaltend. Sie greifen in das fehlgeleitete Immunsystem ein und blockieren den körpereigenen Botenstoff TNF-α, der an Entzündungsreaktionen beteiligt ist und sie verstärkt. Seine Blockade kann die Zerstörung der Gelenke verlangsamen und manchmal sogar komplett hemmen.
Für wen sind TNF-α-Blocker geeignet?
Die rheumatologische Fachgesellschaft empfiehlt den Einsatz der TNF-α-Blocker bei Polyarthritis, wenn klassische Basistherapeutika keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder wegen Unverträglichkeit abgesetzt werden müssen.
Verläuft Jugendrheuma sehr aggressiv, empfiehlt sich in Einzelfällen ein frühzeitiger Einsatz eines TNF-α-Blockers.
Vorteile der TNF-α-Blocker-Therapie:
- Gezielte Blockade eines der wichtigsten Botenstoffe des Entzündungsprozesses
- Schnelle Verbesserung der Symptome
- Aufhalten der Gelenkzerstörung
- Wirksamkeit auch über lange Zeiträume
- Einfache Anwendung (mit dem PEN oder den Subkutan-Fertigspritzen)
- Langjährige Erfahrung weltweit
Suchen Sie in jedem Fall das Gespräch mit Ihrem Rheumatologen, der Sie über Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gerne umfassend berät.