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Kinder- und Jugendrheuma
Therapiemöglichkeiten
Medikamente:
  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR)
  • Kortison
  • Basismedikamente, z.B. Methotrexat (MTX)
  • TNF-α-Blocker

Unterstützende Maßnahmen:
Therapieunterstützende Maßnahmen helfen, das körperliche Befinden zu verbessern und das Leben mit der Erkrankung zu erleichtern. Medikamente können sie nicht ersetzen, jedoch deren Wirkung unterstützen.

Sie hilft Fehlstellungen und Versteifungen von Gelenken, die z.B. durch schmerzentlastende Schonhaltungen entstehen, zu verhindern oder zu korrigieren. Die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke wird so erhalten und gefördert. Regelmäßige Physiotherapie, entweder mit dem Physiotherapeuten oder zuhause durchgeführt, ist eine wichtige Säule der Behandlung.

Sie hilft mit spielerischen und handwerklichen Aktivitäten, Tätigkeiten im Alltag besser zu bewältigen. Dabei werden z.B. gelenkschonende Bewegungsabläufe geübt. Es geht um die Vermeidung von Fehlbelastungen in Alltagssituationen. Es gibt außerdem viele Hilfsmittel, die vor Fehlstellungen schützen und Bewegungen entlasten.

Obwohl es keine Nachweise dafür gibt, dass eine bestimmte Art der Ernährung den Krankheitsverlauf verbessern oder verschlechtern kann, sollte auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet werden: Frisches Obst und Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte, eher pflanzliche als tierische Fette und regelmäßig Fisch sind empfehlenswert. Bei Kindern und Jugendlichen befindet sich der Körper in der Entwicklungs- und Wachstumsphase. Eine einseitige Ernährung kann da mehr schaden als nützen.

Die Diagnose kann zunächst eine Belastung für den jungen Patienten sowie für die Eltern und Familie sein. Die Strategien einer Krankheitsbewältigung und –akzeptanz sind sehr unterschiedlich und jeder findet nach einer gewissen Zeit seinen eigenen Weg. Scheuen Sie sich nicht, mit dem behandelnden Arzt über die Belastungen zu sprechen, die die Erkrankung mit sich bringt. Verschiedene Hilfestellungen können den Umgang erleichtern: Zum Beispiel werden an vielen Kinderrheumazentren Eltern- und Patientenschulungen angeboten. Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen kann eine Unterstützung sein.

Zeigen Medikamente nicht sofort Wirkung, scheinen alternative Heilmethoden häufig eine große Chance. Leider treten die großen Wirkversprechen jedoch in der Regel nicht ein und die Angebote sollten kritisch geprüft werden. Wird z.B. von einem Therapeuten empfohlen, die vom Kinderrheumatologen verordneten Medikamente zugunsten der alternativen Heilmethode abzusetzen, kann das gefährlich sein.
Es gibt einige Naturheilmittel, die eine Ergänzung zur konventionellen Therapie sein können, jedoch niemals ein Ersatz. Sprechen Sie in jedem Fall mit dem behandelnden Kinder- und Jugendrheumatologen, wenn Sie Interesse an diesem Thema haben. Er ist der Experte für Kinder- und Jugendrheuma und berät sie gerne.

In der aktiven Phase:
Kinder- bzw. Jugendrheuma ist eine meist schubweise verlaufende Erkrankung, d. h. beschwerdefreie Zeiten wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Entzündung aktiv ist .

Je nach Schwere des Schubs kann eine Anpassung der Medikamente notwendig sein. Ist die Entzündung z.B. besonders stark, kann sie kurzfristig durch Kortikoide eingedämmt werden. Punktionen erfolgen häufig bei hoher Entzündungsaktivität, wenn ein Gelenk besonders durch einen Erguss betroffen ist.

Sind einzelne Gelenke geschwollen und überhitzt, kann das Kühlen Linderung verschaffen. Dazu dienen z.B. Kältepackungen, die mehrmals täglich auf das Gelenk gelegt werden. Sogenannte Kältepacks gibt es in verschiedenen Größen. Im Kühlfach werden sie auf die gewünschte Temperatur gebracht.

Hilfreich bei Schmerzen kann die Anwendung verschiedener physikalischer Therapien sein. Sie können z.B. zur Entspannung bei Muskelverspannungen beitragen. Dazu gehören verschiedene Massagetechniken, Elektro-, Ultraschall- oder Thermotherapie.
Ein Leben mit Schmerzen bedeutet für viele Stress. Entspannungstechniken können helfen, besser damit umzugehen. Je nach Alter des Patienten gibt es verschiedene Verfahren, die Anspannung in Entspannung zu wandeln. Dazu zählen Phantasiereisen genauso wie autogenes Training oder die progressive Muskelrelaxation.

Behandeln

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Kinder- bzw. Jugendrheuma ist eine Erkrankung, die noch nicht ursächlich geheilt – jedoch mit hochwirksamen Therapien heute gut behandelt werden kann. Hauptziel ist es, die Entzündung vollständig zu stoppen und so bleibende Schäden an den Gelenken zu verhindern. Die Therapie besteht aus einem individuell zusammengestellten Behandlungskonzept mit Medikamenten und therapieunterstützenden Maßnahmen.

Medikamente sind eine wichtigte Säule und werden für jeden Patienten individuell durch einen Kinder- bzw. Jugendrheumatologen ausgewählt. Gerade in den letzten Jahren haben neue Erkenntnisse der Krankheitsentstehung zur Entwicklung innovativer, biotechnologisch hergestellter Medikamente geführt. Diese greifen gezielt ein und kontrollieren die Erkrankung langfristig.


  • NSAR (z. B. Diclofenac oder Ibuprofen) lindern Schmerzen und Entzündungen.
  • Kortison wirkt stark entzündungshemmend und verbessert schnell Schmerzen und Schwellungen der Gelenke.
  • Basismedikamente und TNF-α-Blocker halten im Gegensatz zu NSAR und Kortison das Fortschreiten der Erkrankung auf. Basismedikamente hemmen allgemein die Abwehrreaktion des Körpers gegen die Gelenke, verringern so die Entzündung und verzögern damit die Gelenkzerstörung. TNF-α-Blocker dagegen sind in der Lage gezielt in den Prozess der Gelenkzerstörung einzugreifen und diesen dauerhaft zu blockieren.

Was sind TNF-α-Blocker und wie wirken sie?

TNF-α-Blocker sind eine Gruppe biotechnologisch hergestellter Medikamente. Diese Medikamente wirken gezielt und lang anhaltend. Sie greifen in das fehlgeleitete Immunsystem ein und blockieren den körpereigenen Botenstoff TNF-α, der an Entzündungsreaktionen beteiligt ist und sie verstärkt. Seine Blockade kann die Zerstörung der Gelenke verlangsamen und manchmal sogar komplett hemmen.

Für wen sind TNF-α-Blocker geeignet?

Die rheumatologische Fachgesellschaft empfiehlt den Einsatz der TNF-α-Blocker bei Polyarthritis, wenn klassische Basistherapeutika keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder wegen Unverträglichkeit abgesetzt werden müssen.

Verläuft Jugendrheuma sehr aggressiv, empfiehlt sich in Einzelfällen ein frühzeitiger Einsatz eines TNF-α-Blockers.

Vorteile der TNF-α-Blocker-Therapie:

  • Gezielte Blockade eines der wichtigsten Botenstoffe des Entzündungsprozesses
  • Schnelle Verbesserung der Symptome
  • Aufhalten der Gelenkzerstörung
  • Wirksamkeit auch über lange Zeiträume
  • Einfache Anwendung (mit dem PEN oder den Subkutan-Fertigspritzen)
  • Langjährige Erfahrung weltweit

Suchen Sie in jedem Fall das Gespräch mit Ihrem Rheumatologen, der Sie über Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gerne umfassend berät.

 

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