„Ich fühle mich morgens beim Aufstehen steif und kraftlos, die Hände und Knie kann ich erst nach einiger Zeit gut und schmerzfrei bewegen. Es sind mehrere Gelenke geschwollen und ich fühle mich müde und erschöpft.“, so ungefähr würde eine Patientin mit einer rheumatoiden Arthritis (RA) ihre Erkrankung beschreiben.
Erklären
Was ist rheumatoide Arthritis?
Die RA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem statt gegen „Eindringlinge“ wie Bakterien oder Viren gegen körpereigene Strukturen wendet und Gelenke angreift. Aufgrund dieses Fehlers kommt es zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut, die sich verdickt und zu wuchern beginnt. Dadurch werden die Knorpel und angrenzenden Knochen geschädigt. Das Gelenk verliert seine Beweglichkeit. Da dieser Prozess nicht mehr rückgängig zu machen und mit Einschränkung im Alltag und im Berufsleben verbunden ist, sollte so früh wie möglich eine wirksame Therapie begonnen werden. Heute gibt es erfreulicherweise Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung bremsen oder sogar ganz aufhalten können. Also, je früher die Behandlung beginnt, desto besser.
Wer erkrankt an rheumatoider Arthritis?
- Häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung
- Etwa 800.000 Patienten (1% der in Deutschland lebenden Bevölkerung)
- Tritt meist im Alter zwischen 30 und 50 Jahren erstmals auf
- 75% der Betroffenen sind Frauen
Was kann eine rheumatoide Arthritis auslösen?
Obwohl viele Forscher nach den Ursachen suchen, sind sie bis heute nicht bekannt. Genetische Faktoren erhöhen zwar das Risiko an einer RA zu erkranken. Dennoch wird die Erkrankung nicht zwingend weitervererbt. Als weitere Auslöser werden auch Infektionen diskutiert.
Die Prozesse, die die Entzündung in den Gelenken in Gang halten, sind jedoch gut erforscht. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Zytokine. Dies sind Botenstoffe, die Nachrichten zwischen den Zellen übermitteln. Bei der RA kommt es zu einem Anstieg von Zytokinen, die die Entzündung verstärken. Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) ist zum Beispiel einer der Botenstoffe, der eine entscheidende Rolle hierbei spielt.


